Die U10I beendet eigene Siegesserie mit einer herben Niederlage

Enttäuschendes Spiel endet mit einem sehr deutlichen Ergebnis und der Erkenntnis, dass die Einstellung zum Spiel ein entscheidender Faktor ist.

Am 15.05.2019 erwarteten wir zum letzten Heimspiel der Saison die JSG Langen/ Debstedt in Driftsethe. Dabei war eigentlich allen klar, worauf es bei dem Spiel hinauslaufen dürfte, weil wir schon unzählige Male aufeinander getroffen waren. Der Gegner hat drei wirklich starke Spieler in der Offensive, die jede Abwehr schwindelig spielen kann. Nach hinten sind sie allerdings verwundbar. Insgesamt ein Spiel auf Augenhöhe, welches sehr wahrscheinlich durch den größeren Willen entschiedenwerden sollte.

Bei uns war allerdings in den letzten Spielen ein leichter Trend nach unten zu erkennen, auch wenn die Ergebnisse positiv verliefen, was aber eher an den schwachen Gegnern lag. Auch heute konnte man den Kindern anmerken, dass die Spannung fehlte. Schon beim Warmmachen hatte man das Gefühl, man sei auf einem Kindergeburtstag. Die hundertprozentige Einstellung/ Ernsthaftigkeit war nicht zu erkennen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Dinge, die vorher nicht da sind, auch im Spiel nicht abgerufen werden können. Wir versuchten also, die Kinder für die Thematik zu sensibilisieren und für das Spiel zu motivieren. Unser Plan war, den Gegner derartig unter Druck zu setzen, dass sie ihr Spiel nicht aufziehen konnten.

Dann der Anpfiff, Debstedt stand mit den meisten Spielern tief vor dem eigenen Tor. Der Ball wird nach hinten zum eigenen Strafraum gespielt. Wie abgesprochen pressten wir sofort mit vier Spielern. Leo attackierte den Spieler mit dem Ball und die anderen stellten die Passwege zu, so dass wir gleich durch Tede den Ball eroberten. Leo ließ noch einen Gegner aussteigen und lupfte den Ball ins kurze Eck am Torwart vorbei. 1:0 nach gefühlten 10 Sekunden.

Lenny zum Einwuf, wir gehen weg, der Gegner stellt sich

Jetzt lässt sich darüber streiten, ob eine solche Aktion den Kindern Auftrieb gibt, oder sie etwas übermütig werden lässt. Bei uns war es ein Mittelweg. Wir machten gut weiter und der Gegner kam in den ersten Minuten kaum mit dem Druck zurecht. Wir schafften es jedoch nicht, das zweite Tor nachzulegen, um Debstedts Moral richtig zu brechen. Das Spiel wurde dann etwas offener. Hinten standen wir zunächst noch sehr stabil und ließen kaum Angriffe zu. Es war aber mit fortschreiten der Partie schon zu erkennen, dass unsere Spieler immer weniger investierten, weil sie wohl glaubten, dass es von alleine so weiter gehen könnte. Die Rückwärtsbewegung wurde immer weniger und die Laufbereitschaft insgesamt nahm ab. Das merkte der Gegner sehr schnell und wurde immer stärker.

Einwurf Debstedt, wir nicht bei den Leuten

In der 7. Minute dann eine Ecke für den Gegner. Wer sich an die Hallenrunde erinnerte, wusste, dass Debstedt uns schon mehrfach mit Ecken überlisten konnte. Die Erkenntnis schien unserer Mannschaft allerdings egal zu sein. Wir standen wieder nicht gut zu den Leuten. Der Ball fliegt segelt und trifft mehr zufällig den Kopf eines Stürmers und fliegt senkrecht nach oben. Unsere Spieler machten einen ehrfürchtigen Schritt zurück und blickten in den wolkenlosen Himmel, während der Gegenspieler in aller Seelenruhe den herunterfallenden Ball ungestört ins Tor köpfte. Fehlte nur noch, das wir beeindruckt Beifall klatschten, 1:1.

Ratlosigkeit bei unseren Spielern

Nun gingen die Köpfe aller nach unten und das Spiel, das wir eigentlich unter Kontrolle hatten, wurde ohne erkennbaren Grund abgegeben. Wir kamen nun nicht mehr in die Zweikämpfe und ließen uns teilweise vorführen. Nur eine Minute später erneute Ecke von der gleichen Seite vom Gegner. Der Schütze läuft an. In dem Moment macht Erik im Tor ein paar Schritte nach vorne und unterschätzte damit den Ball, der direkt ins Tor flog, 1:2.

Dieser Doppelschlag gab uns dann erstmal den Rest. Nach vorne versuchte es dann jeder alleine und lief sich fast immer fest. Beim Gegner reichte oft ein einziger Spieler, um uns alle durcheinander zu wirbeln. Bei Gegenzügen lief Debstedt im vollen Tempo los und bei uns bleibt die Hälfte steht und schaut staunend zu. Fast ohne Ausnahme waren wir nicht mehr bereit zu fighten. Dabei ging auch die Konzentration verloren, so dass wir auch nach vorne keine zielführenden Aktionen zu Stande brachten, weil wir den Ball kaum kontrollieren konnten. Exemplarisch hierfür waren unsere Ecken. Es kam nie einer unserer Spieler an den Ball, weil die weißen immer vor uns dran waren und wir uns wegduckten. So kamen wir auch nur noch zu kleineren Chancen und konnten keinen wirklichen Druck aufbauen. Nach hinten schwand dann auch immer mehr die Souveränität, so dass der Gegner immer mal wieder durch kam, doch Erik war dann zur Stelle.

Um die 19. Minute hatten wir das Spiel zumindest so weit im Griff, dass es ausgeglichener war und auf beiden Seiten kaum Gefahr für die Tore entstand. Wir versuchten nun mehr nach vorne und kamen durch Leo und Marian zu guten Chancen. Ein Ausgleich wäre mittlerweile wieder verdient gewesen.

Im Gegenzug dann drei Angreifer auf unser Tor zu. Abschluss abgefälscht und Erik mit einem tollen Reflex zur Ecke, die dann zum Glück mal nichts einbrachte. Es war jetzt das erwartet gute Spiel.

In der 24. Minute dann ein Freistoß für uns am gegnerischen Strafraum, der wurde abgefangen und der Gegner konterte uns aus. Hinten waren wir uns nicht einig und wir lagen 1:3 hinten. Auch wenn wir mehr Spielanteile hatten, war das von den Chancen her nicht unverdient. Bis zu Pause wirbelten die beiden kleinen Angreifer uns wieder alle durcheinander und kamen noch zu zwei guten Chancen, die Erik vereiteln konnte.

In der Halbzeitpause versuchten wir den Kindern klar zu machen, dass es wichtig wird, dass wir wieder dagegen halten und uns den Schneid nicht abkaufen lassen. Wir wollten die Angreifer enger nehmen und ihnen den Spielspaß nehmen. Gleichzeitig sollten sich alle mehr bewegen und sich gegenseitig unterstützen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte gab es erstmal zig Einwürfe auf beiden Seiten, die gleich wieder zeigten, was uns heute fehlte. Der Gegner in jeder Situation gierig auf den Ball und unsere Spieler als würde sie das alles nichts angehen. Daraus resultierten dann gleich mehrere gefährliche Angriffe von Debstedt, in den wir immer nur hinter liefen.

In der zweiten Halbzeit fehlten es uns an allen Basics, die unerlässlich für das Spiel sind: Keine Laufbereitschaft, kein Kampfgeist, keine Körpersprache, kein Willen oder Zusammenhalt. Dazu kam, dass wir gefühlt immer langsamer waren, sowohl im Kopf, als auch in den Beinen.

Der Gegner wirbelte uns entsprechend durcheinander. Ein Stürmer gegen alle, Erik kann gut abwehren, doch alleine gelassen kämpft er um den zweiten Ball, ist auch dran, doch der Stürmer spitzelt den Ball ins Tor, 1:4.

Der Trainer erreicht die Spieler auf dem Platz heute nicht

Nach vorne immer das gleiche Bild. Leo in der Spitze wird angespielt und keiner rückt nach, so dass es kein Durchkommen gibt. Daraus resultierend hatte man nicht mehr das Gefühl, dass wir noch einmal rankommen könnten.

In der 40. Minute dann eine Kopie des vorherigen Tores. Alle gucken zu, Erik eigentlich schon mit den Händen am Ball, doch der Gegner mit einer Fußspitze ins Tor, 1:5.

Nächster Angriff wieder ohne Gegenwehr und folgerichtig das 1:6.

Nur eine Minute später ein Angriff gegen uns durch die Mitte. Der Stürmer lässt 4!!! Gegenspieler stehen, als wären sie Slalomstangen und lässt Erik keine Chance, 1:7. Das grenzte nun schon an völliger Aufgabe. Bei allem Verständnis, dass man bei einem solchen Rückstand nicht mehr an einen Sieg glauben mag, aber sich derartig aufzugeben ist eigentlich keine Option.

In der 47. Minute Leo mit einer seiner wenigen Aktionen, weil er kaum mehr Bälle und Unterstützung bekam, nach vorne mit einer guten Einzelaktion zum 2:7.

Eine Minute vor dem Ende ein Freistoß für den Gegner ca. 20 Minuten mittig vor unserem Tor. Diese Szene zeigt nochmal die ganze Problematik des Spiels. Wir stehen alle am Strafraum und das nicht einmal anständig bei unseren Gegenspielern. Der Schuss kommt gut über die Mauer geflogen. Erik kann stark parieren. Der Ball prallt nach vorne ab, wir staunen darüber, wie toll Erik das gemacht hat und schlafen weiter. Der Gegner eben nicht, setzt bissig nach und kann ungehindert einschieben, 2:8.

Damit war das Spiel endlich zu Ende. Die Enttäuschung war groß und die Art und Weise gab schon zu denken. Nun heißt es, sich mal ärgern und auch zu hinterfragen und dann am Sonntag die Saison zu Ende zu bringen. Am besten mit einem positiven Ergebnis, um zumindest das Mindestziel, den dritten Tabellenplatz, zu sichern. Danach geht es quasi in die Vorbereitung für die neue Saison, in der es sicher die eine oder andere Veränderung bei uns geben wird, damit wir als Mannschaft gestärkt aus dieser Saison hervorgehen und wieder höhere Ziele angreifen können. Ich bleibe dabei, dass wir unheimliches Potential in unserem Jahrgang haben und wenn wir gemeinsam, damit meine ich Spieler, Trainer und Eltern, bereit sind, an einem Strang zu ziehen und zu lernen, um uns weiterzuentwickeln , dann können wir in den kommenden Jahren noch sehr viel Spaß und Erfolg zusammen haben.

Kader:

Erik: Nicht fehlerfrei, immer engagiert, oft im Stich gelassen, verhinderte Schlimmeres

Silas: Der einzige, der zumindest immer kämpfte und auf Augenhöhe war

Tede: Guter Beginn, Schwierigkeiten gegen die schnellen Gegner

Lenny: Keine Durchschlagskraft nach vorne, ging mit der Mannschaft unter

Marian: Ohne Antrieb, nicht auf der Höhe, mit der Chance zum Ausgleich

Joshua: Setzte spielerisch kaum Akzente, nach hinten viel zu wenig

Thore: Viel gelaufen und gewillt, aber irgendwie kaum im Spiel eingebunden

Rafael: Erst noch gute Aktionen nach vorne, nach hinten oft zu spät dran

Leo:Gut gestartet,alleine gelassen,kaum Durchschlagskraft ,als Käpitän mehr gefordert

 

Tore:

1:0 Leo (1.), 1:1 (7.), 1:2 (8.) 1:3 (24.), 1:4 (33.) 1:5 (40.), 1:6 (42.), 1:7 (43.), 2:7 Leo (47.), 2:8 (50.)